AOX, adsorbierbare organische Halogenverbindungen

(aox, adsorbable organic halogen compounds) Summenparameter, Abkürzung für "adsorbierbare organische Halogenverbindungen im Wasser" (X steht in der organischen Chemie für die Halogene Fluor, Chlor, Brom und Jod). Analysenverfahren und Messgröße, in dem alle adsorbierbaren organischen Halogenverbindungen erfasst werden; es wird als Summenparameter bei der Qualifizierung von Abwasser verwendet (u.a. im Abwasserabgabengesetz). Die verschiedenen Halogenverbindungen weisen ein jeweils spezifisches unterschiedliches Gefährdungspotential auf.

Viele in die Kritik von Umweltverbänden geratene Stoffe gehören zur Klasse der organischen Chlorverbindungen, z. B. Dioxine, PCB's und chlorhaltige Pestizide wie DDT und Atrazin, da sie sich als giftig und persistent erwiesen haben. Auf Basis dieses Gefährdungspotentials ist für diese Substanzklasse die summarische Größe AOX entwickelt worden. Für die Einleitung AOX-haltiger Abwässer müssen analog zum CSB ebenfalls Abgaben gezahlt werden.

Bei der analytischen Bestimmung des AOX werden die betreffenden Verbindungen an Aktivkohle adsorbiert. Die Kohle wird anschließend verbrannt und die entstandenen Halogensäuren durch Fällung mit Silberionen und dem dadurch verursachten Stromverbrauch gemessen. Im AOX werden somit der Großteil aller chlor-, brom- und jodorganische Substanzen, die in einer Probe enthalten sind, erfasst.

Allerdings ist bei der Bewertung der Messgröße AOX zu beachten, dass bestimmte polare Chlorverbindungen wie Chlorethanol und Chloressigsäure nur schlecht an Aktivkohle adsorbieren und damit nur teilweise erfasst werden. Ein Einleiter, der chloressigsäurehaltige Abwässer in Gewässer einleitet, würde hinsichtlich der AOX-Abgaben günstig bewertet werden, obwohl Chloressigsäure als sehr giftig für Wasserorganismen eingestuft wird. Auch sagt der AOX-Wert nichts über die tatsächliche Toxizität einer Probe aus. 

Ein großer Teil des AOX im Zulauf von kommunalen Kläranlagen besteht aus Jodorganischen Verbindungen. Sie dienen als Röntgenkontrastmittel, gelangen über Krankenhausabwässer in die Klärwerke und gelten als nicht toxisch. Das Auftreten chlororganischer Substanzen kann auch natürliche Ursachen haben und ist nicht gleichbedeutend mit industriellen Verschmutzungen. Allerdings erreicht der natürliche AOX in der Regel nicht die Größenordnungen, die unter anthropogenem Einfluss entstehen kann.

Der  Summenparameter wird u.a. auch bei der Qualifizierung von Oberflächengewässern verwendet.

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