Kanalisation, Kanalnetz

(sewer system) Anlage zur Sammlung und Fortleitung von Niederschlagswasser und Abwasser mit Hilfe von zumeist unterirdisch angebrachten Leitungssystemen, die mit Belüftungsschächten versehen sind, aber auch in Form ausgebauter (begradigter und befestigter) Bachläufe. Wie wir häufig auch als Kanalnetz bezeichnet. Die abzuleitenden Wässer werden zunächst in kleineren Kanälen zu größeren Straßenkanälen transportiert und nach Weiterleitung in den Hauptkanälen gebündelt. Von dort gelangen die Wässer in den Hauptsammelkanal zur Reinigung in die Kläranlage

Schmutzwasser und Niederschlagswasser werden entweder getrennt (Trennkanalisation) oder gemeinsam (Mischkanalisation) abgeleitet.

Alte, brüchige Kanäle stellen eine Quelle für die Emission von umweltgefährdenden Flüssigkeiten dar und bergen somit ein hohes Umweltgefährdungspotential. Um solche Gefahren rechtzeitig zu erkennen, bedarf es intensiver Kanalüberwachungsanlagen und -verfahren im Rahmen der Eigenüberwachung und der daran gekoppelten Kanalsanierungsverfahren.

Kanalisation in Deutschland

Das öffentliche Kanalnetz hat in Deutschland hatte gemäß Statistischem Bundesamt in 2001 eine Gesamtlänge von 486.159 Kilometern. Über 90% der Bevölkerung sind daran angeschlossen. Hinzu kommen rund 780.000 Kilometer auf Privatgrundstücken. Das kommunale Abwasser wird durch die Kanalisation von den Haushalten zur Kläranlage abgeleitet. Auch Industrie und Gewerbe leiten ihre Abwässer in die öffentliche Kanalisation, es sei denn, das Abwasser wird im Unternehmen selbst gereinigt (Produktionsintegrierter Umweltschutz) und im Kreislauf geführt oder als Direkteinleiter in den Vorfluter geleitet.

Links zum Thema

ww