Abwasseranfall

(amount fo wastewater) Die Menge an Abwasser, die anfällt. Im Durchschnitt rechnet man in Mittel- und Westeuropa mit einem Abwasseranfall von 100 bis 250 Litern pro Einwohner und Tag. 

2001 wurden in Deutschland insgesamt rd. 10,5 Mrd. m3 Abwasser in öffentlichen Kläranlagen behandelt und anschließend in die  Oberflächengewässer eingeleitet. Davon waren rd. 5,3 Mrd. m3 Schmutzwasser, also durch den Gebrauch verändertes Wasser, und rd. 5,2 Mrd. m3 Fremd- und Niederschlagswasser.

Als Faustregel kann gelten, dass das im kommunalen Bereich anfallende Abwasser insgesamt zu etwa je einem Drittel aus Fremdwasser, häuslichem Abwasser und kleingewerblich/industriellem Abwasser besteht. Weitere Abwässer fallen in Industriegebieten und Betrieben der öffentlichen Stromversorgung an, die ihre Abwässer und Kühlwässer über werkseigene Kanalisationen unmittelbar in die Gewässer einleiten (Direkteinleiter),

I.d.R. wird der Abwasseranfall anhand von Messungen oder bekannten Aufzeichnungen ermittelt. Ist dies nicht oder nur mit unwirtschaftlich hohem Aufwand möglich, dürfen Erfahrungswerte verwendet werden. Verfügbar sind einwohnerbezogene Erfahrungswerte für den Abwasseranfall (z. B. 150 L/E.d) sowie produktionstypische Abwassermengenwerte für Gewerbe und Industrie. Bei Verwendung solcher Schätzwerte besteht jedoch die Gefahr einer Fehldimensionierung des zu planenden Bauwerks.

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