Nitrat

Stoffsystem

(nitrate) Nitrate (NO3-) sind das Salze der Salpetersäure. Sie gehören zu den Hauptnährstoffen im Boden, wo sie durch Mikroorganismen aus Luftstickstoff oder stickstoffhaltigen organischen Verbindungen gebildet werden. Nitrate kommen u. a. in Grünpflanzen vor. 

Herstellung und Anwendung

Nitrate werden i.d.R. aus der Salpetersäure heraus hergestellt und werden vor allem in Düngemitteln eingesetzt.

Umwelteinfluss und Gesundheit

Die durchschnittliche Aufnahme von Nitrat über Nahrungsmittel beträgt etwa 75 mg pro Person und Tag. Problematisch können hohe Nitrat-Gehalte in pflanzlichen Nahrungsmitteln (z. B. Spinat) aus überdüngten Kulturen sein, da sich diese im Verdauungsbereich des menschlichen Körpers zu Nitriten umwandeln können und diese mit den Aminen aus eiweißhaltigen Lebensmitteln die krebsverdächtigen Nitrosamine bilden. Die eigentliche Gefahr von Nitrat liegt somit bei einer möglichen Reduktion zu Nitrit im Organismus oder in nitrathaltigen Lebensmitteln bei längerer Lagerung.

Bei unsachgemäßer (z.B. überdosierter) Anwendung in der Landwirtschaft können Nitrate mit dem Niederschlagswasser ins Grundwasser bzw. Oberflächenwasser gelangen und dessen Nitrat-Belastung erhöhen. Zuviel Nitrat im Trinkwasser kann insbesondere für Säuglinge gefährlich werden.

Abwasserreinigung/Trinkwasseraufbereitung

Der Grenzwert für Nitrat im Trinkwasser beträgt in der Trinkwasserverordnung 50 mg/l. Da Nitrat mit  üblichen Trinkwasseraufbereitungsanlagen nur sehr aufwendig entfernt werden kann, ist Rohwasser mit einem höheren Gehalt an Nitrat für die Trinkwasserversorgung ungeeignet.

Mögliche Wasseraufbereitungsverfahren zur Nitrateliminierung sind der Ionenaustausch oder die Umkehrosmose. Beide Verfahren wirken jedoch nicht dabei nicht selektiv, d.h. auch andere, u.U. wichtige Wasserinhaltsstoffe werden entfernt oder ausgetauscht.

Im Bereich Abwasser erfolgt die Nitratentfernung im Rahmen der Denitrifikation u.a. in einer dritten Reinigungsstufe bei der biologischen Stickstoffumwandlung.

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