Wasser-Wissen


 

Belebtschlamm

(activated sludge) Die bei der aeroben biologischen Abwasserreinigung durch den Abbau der Abwasserinhaltstoffe im Belebungsbecken gebildete Biomasse. Sie besteht im wesentlichen aus Bakterien, Pilz, Pilzen, Protozoen, EPS und weiteren Bestanteilen.  Mikroskopische Untersuchungen belegen, dass Belebtschlammflocken von Bakterien und Protozoen "belebt" sind. Deshalb,  werden sie Belebtschlamm genannt.

Der Belebtschlamm liegt bei der technischen Nutzung im Belebtschlammverfahren i.d.R. in Form von Belebtschlammflocken vor, die neben lebender und toter Biomasse adsorbierte und eingelagerte organische Verbindungen und Mineralstoffe enthalten.

Belebtschlammflocken eines kommunalen Abwassers bestehen in der Modellvorstellung aus einem bräunlich gefärbten mineralischen Kern, in dem nahezu anaerobe Bedingungen herrschen und aus einer biologisch aktiven, aeroben grauen Randzone aus Mikroorganismen.

Das Sedimentationsverhalten der Belebtschlammflocken ist von großer Bedeutung für die Funktion der biologischen Reinigungsstufe. Damit die Biomasse im Sedimentationsbecken vom gereinigten Abwasser getrennt und nach Bedarf in die Belebung zurückgeführt werden kann, müssen die Flocken gut absetzbar sein, was über den Schlammvolumenindex ermittelt werden kann.

Prinzipiell lässt sich belebter Schlamm gut durch Sedimentation oder auch per Flotation aus der Wasserphase abtrennen, wie z.B. bei Klärschlamm aus der Lebensmittelindustrie. Die Einflussparameter auf die Schlammeigenschaften sind sehr vielfältig.

Der belebte Schlamm ist ein hervorragendes Adsorbens, wodurch er sehr gut gelöste Abwasserinhaltstoffe adsorbiert. Daher ist der belebte Schlamm sehr empfindlich gegen Einflüsse aus dem Abwasser. Beispielsweise bewirken hohe Konzentrationen an Tensiden eine Verschlechterung der Schlammeigenschaften, da durch die Tenside das Zetapotential der Bakterien beeinträchtigt wird. 

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