Klärschlamm

(sewage sludge) Klärschlamm ist ein allgemeiner Oberbegriff für die bei der biologischen Abwasserreinigung anfallenden Schlämme:

Klärschlamm ist i.d.R. die Bezeichnung für den ausgefaulten bzw. auf sonstige Weise stabilisierten Schlamm aus Kläranlagen. Klärschlamm aus häuslichen Abwässern enthält viele Nähr- und Humusstoffe und kann unter bestimmten Voraussetzungen als Düngemittel verwendet werden. Einzelheiten regelt die Klärschlamm-Verordnung

Klärschlamm kann je nach Abwasserart und Behandlungsverfahren umwelt-/ gesundheitsgefährdende Stoffe wie Krankheitserreger und Schwermetalle enthalten. 

Anfang der 90er Jahre mussten ca. 60 Mio. m3 Klärschlamm in Deutschland entsorgt werden; dies entspricht einer Trockenmasse von ca. 3 Mio. t. In 2001 fielen in Deutschland gemäß statistischem Bundesamt insgesamt 2,5 Mio. t Trockenmasse an. In 2002 wurden zudem 220.000 t Klärschlamm aus Nachbarländern importiert, da die Entsorgungskosten in Deutschland niedriger waren. Weniger als die Hälfte des gesamten Klärschlamms wird stofflich verwertet, ein Teil in der Landwirtschaft oder durch Kompostierung, ein Drittel wird verbrannt.

Unbelasteter Klärschlamm beinhaltet i.d.R. Kohlenstoff (50-70 %), Wasserstoff (6,5-7,3 %), Sauerstoff (21-24 %), Stickstoff (15-18 %), Phosphor (1-1,5 %) und Schwefel (0-2,4 %). 

Wegen des hohen Anteils an organischem Material (50-70%) wird Klärschlamm i.d.R. in beheizten Faulbehältern ausgefault und in weiteren Verfahrensstufen zur Volumenreduktion entwässert (z.B. Eindickung, Filtration).

Umweltschädlich sind vor allem die Gehalte vieler Klärschlämme an Schwermetallen und organische Belastungen und Halogenierten Kohlenwasserstoffen. Durch diese Schadstoffe wird die landwirtschaftliche Verwertung und Kompostierung oft unmöglich gemacht. 

In älteren Veröffentlichungen wird die Menge an Klärschlamm i.d.R. in t (Tonne) angegeben. In neuere Veröffentlichungen wird die SI-Einheit Mg (Megagramm) verwendet, welches einer Tonne entspricht.

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