Ballastwasser

(ballast water) Seeschiffe nutzen zur Stabilisierung der Fahrt Meerwasser, welches je nach Bedarf in dafür vorgesehen Ballasttanks be- bzw. entladen werden. In dem dadurch über weite Transportstrecken mitgeführten Meerwasser werden ungewollt Fremdorganismen an fremde Orte gebracht und gelangen beim Be- und Entladen in die Hafengewässer. Untersuchungen des Umweltbundesamtes in deutschen Häfen ergaben, dass dort jährlich etwa 2,2 Millionen Tonnen Ballastwasser aus außereuropäischen Regionen abgelassen werden.

Eine Möglichkeit, die Zahl der Organismen im Ballastwasser zu minimieren, wäre der Wasserwechsel auf hoher See bei einer Wassertiefe von über 2000 Metern, wie es eine Richtlinie der Internationalen Schifffahrtsorganisation auch vorsieht. Mit dem schneller gewordenen Schiffsverkehr hat die Wahrscheinlichkeit zugenommen, dass Organismen von fernen Küsten im Ballastwasser die Passagen überleben. 

Bei Öltankern ist das Ballastwasser stark ölhaltig und erfährt deshalb vor der Rückgabe ins Meer eine Aufbereitung, welche entweder auf dem Schiff selbst oder an Land stattfinden muss. Ein Teil der Verschmutzung der Meere erfolgt hingegen durch ein unsachgemäßes Auspumpen von Ballastwasser aus Treibstofftanks der Schiffe.

Während die Verbreitung nicht heimischer Arten von z.B. Plankton oder Muscheln über das Ballastwasser seit langem bekannt ist, wurde die globale Verbreitung von Viren und Bakterien auf dem selben Wege bislang wenig untersucht.

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