Wasser-Wissen-Newsletter Nr. 79 

(14.5.2004)



Sehr geehrte Damen und Herren,

Nagelneue Erkenntnisse über Wasser könnten helfen, die noch so unzähligen unerklärten Phänomene besser zu verstehen. Ein virtueller Abwasserorganismenzoo wird den Muschelmäher sicher nicht aufnehmen, aber über kostenlose Software, um Fett loszuwerden, freut sich jeder.

Inhaltsverzeichnis des Newsletters:

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Schlagzeilen der letzten Woche

  • Muschelmäher: Ausgezeichnete Gründungsidee
  • Auf den Spuren des Klärschlamms im Werdhölzli
  • Anden lassen Perus Hauptstadt durstig werden
  • Europäische Meereskonferenz startet in Irland
  • Hormonen im Abwasser billiger auf der Spur

Siehe dazu:

http://www.wasser-wissen.de/abwassernews/2004/news2004.htm 

Neue Erkenntnisse über Wasser bringen gewohnte Vorstellungen zu Fall

Untersuchungen mit Synchrotronstrahlung deuten auf ring- oder kettenförmige Struktur hinWasser faszinierte schon Wissenschaftler der Antike, für sie war es eins der "Grund"-Elemente und ein Schlüssel zum Verständnis von Natur und Leben. Heute weiß zwar jedes Schulkind, dass Wasser aus zwei Elementen besteht und wir kennen unzählige lebenswichtige Prozesse, die ohne Wasser nicht stattfinden könnten. Wie wenig wir aber tatsächlich wissen, zeigen neue Ergebnisse eines Teams von zwoelf Wissenschaftlern unter Anders Nilsson (Stanford Linear Accelerator Center) und Lars G.M. Pettersson (Universität Stockholm), die jetzt in Science erschienen sind (Vol 304, No. 5673). Sie beobachteten, dass in Wasser die Moleküle untereinander viel schwächer zusammenhalten als gedacht. Und weiter: "Während man bisher nicht einmal wusste, ob sich die Moleküle überhaupt irgendwie ordnen oder ob komplette Unordnung herrscht, glauben wir, dass die Wassermoleküle Ketten oder Ringe bilden", sagt Philippe Wernet, Erstautor der Studie und mittlerweile am Berliner Elektronenspeicherring BESSY. Die Aufsehen erregenden Ergebnisse könnten ein Durchbruch beim Verständnis von Wasser sein. Weiter unter:

http://idw-online.de/public/zeige_pm.html?pmid=80165 

Neue Technik soll Gewinnung von Palmöl umweltverträglicher machen

In den Fruchtbüscheln der Ölpalme stecken wallnussgroße, orange-rötliche Früchte. Heißer Dampf und Rütteln löst sie von den Büscheln. In heißem Wasser entsteht aus den Früchten dann ein Brei, aus dem durch Zentrifugaierung das Palmöl gewonnen wird. Bei einer mittelgroßen Palmölmühle entstehen durch die Ölgewinnung pro Jahr etwa 100.000 Kubikmeter Abwasser und 25.000 Tonnen feste Abfälle. Das Abwasser leiten die Mühlenbesitzer normalerweise in Teiche. Dabei werden höchst umweltschädliche Methangase frei. ... Statt in Teiche wird das Abwasser bei dem neuen Verfahren in eine Biogas-Anlage geleitet und dort gereinigt. Das Methan, das dabei entsteht, kann der Mühlenbetreiber verkaufen oder in der eigenen Mühle einsetzen - etwa um damit Strom zu erzeugen. Das allein ist noch nichts wirklich Neues. Interessant wird das Verfahren durch eine Kombination mit einem weiteren Schritt.

Weiter unter:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/259842/ 

Kostenlose Software zur Auslegung von Fettabscheidern

Die Fa. Kessel stellt im Internet kostenlos ein Berechnungsprogramm für Fettabscheideranlagen zur Verfügung. Das Programm dient u.a. zur Auslegung der Nenngröße nach DIN 4040. Wie nicht anders zu erwarten, verweist das Programm ausgehend vom Ergebnis auf eigene Produkte bzw. Systeme des Anbieters. Dennoch gibt es einen guten Überblick bezüglich der erforderlichen Daten und der zu erwartenden Dimensionen. Siehe:

http://www.kessel.de/ewt/service/software/kapfett.html.de 

Organismengalerie für Abwässer online

Bei der biologische Abwasserbewertung werden in erster Linie die vorhandenen Proto- und Metazoen bewertet, welche aufgrund bestimmter, bevorzugter Lebensbedingungen als Anzeige-(Indikator-) Organismen geeignet sind. Bakterien können nur in wenigen Fällen anhand einer typischen Optik (Fadenbakterien) typisiert werden. Eine sehr anschauliche und zugleich bebilderte Organismengalerie bietet Dr. Judith Schulz-Menningmann im Internet unter:

http://home.t-online.de/home/schume/indexbio.htm 

Wir hoffen Ihnen auch diese Woche interessante und für Sie nützliche Informationen übermittelt zu haben.

Bitte empfehlen Sie den Newsletter auch an andere Interessenten weiter.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Wasser-Wissen-Team