Wasser-Wissen-Newsletter Nr. 33 

(10.06.2003)



Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Informationsüberflutung durch das Internet hat nunmehr auch wissenschaftlich nachgewiesenen Schaden an der Gesundheit bewirkt (s.u.). Das Wasser-Wissen-Team bemüht sich durch eine geeignete Auswahl konzentrierter Informationen zu Ihrem Fachgebiet, Sie von derartigen Belastungen fern zu halten.

Inhaltsverzeichnis des Newsletters:

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Schlagzeilen der letzten Wochen

  • Indien: Textilabwasser schädigt Blut
  • Chaos nach Wolkenbruch
  • Pegnitz ist sauberer geworden
  • Schilfpflanzen klären trübe Wasser
  • Regenwasserreinigung über Sandfang
  • Quellwasser-Ableitung: Suche nach Förderung
  • Sauberes Leitungswasser ist nicht selbstverständlich
  • "Die Eifel soll ihr Wasser verkaufen" - Sorgenkind

Siehe dazu:

http://www.wasser-wissen.de/abwassernews/2003/news2003.htm 

Sicherheit und Gesundheit bei Tätigkeiten in abwassertechnischen Anlagen

Die komplette TRBA 220 "Sicherheit und Gesundheit bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in abwassertechnischen Anlagen", veröffentlicht von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin können Sie als pdf-Datei (85 kByte) herunterladen unter:

http://www.baua.de/prax/abas/trba220.htm 

5. GVC-Abwasser-Kongress mit begeleitender Fachausstellung in Bremen

In Fortführung der früheren GVC-Abwasser-Kongresse (Baden-Baden 1988, Würzburg 1992 und 1996, Bremen 1999) werden weiterhin die beiden Ziele 1.) Leistungsschau der Verfahrenstechnik auf dem Gebiet der Abwasserreinigung und Schlammbehandlung 2.) Fortführung der übergreifenden Zusammenarbeit zwischen Verfahrenstechnik, Siedlungswasserwirtschaft, Biologie und Chemie verfolgt; wie 1999 soll das Gebiet "Vermeiden und Verringern von Abwasser durch prozess- und produktionsintegrierte Maßnahmen" im Vordergrund stehen. Die Veranstaltung findet statt vom 22.-24.9.2003 in Bremen. Parallel zum Kongress gibt es eine fachbegleitende Ausstellung; Interessenten können sich noch anmelden. Mehr dazu siehe:

http://www.gvc-abw.de/ 

UMTECH - Fachmesse für Umwelt und Umwelttechnologie in Bremerhaven

In Bremerhaven eröffnet in der Zeit 2.6.-14.6. die Fachmesse für Umwelt und Umwelttechnologie in Bremerhaven UMTECH ihre Pforten in der Stadthalle. Schwerpunkt der Fachmesse und -kongress sind u.a. die Wasser- und Abwasserwirtschaft und Technik. Das Institut für Umweltverfahrenstechnik ist mit einer Ausstellung und Fachbeiträgen vertreten.

UNESCO-Studie zur Wasserqualität nicht nachvollziehbar

Pressemitteilung der ATV/DVWK

Deutsche Wasserwirtschaftler sehen ihre Leistungen nicht anerkannt

Hennef, 22. Mai 2003 - Deutsche Wasserwirtschaftler sehen ihre Leistungen nicht anerkannt - Unzufrieden mit dem Anfang März 2003 veröffentlichten Wasserentwicklungsbericht der Vereinten Nationen "Wasser für Menschen, Wasser für Leben" zeigen sich die durch die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (ATV-DVWK) repräsentierten Fachleute und Institutionen. Deutschland war bei diesem Vergleich der Wasserqualität in 122 Ländern durch die UNESCO auf Platz 57 gekommen, während z. B. Bangladesh auf Platz 40 und Russland auf Platz 7 stehen. Die deutschen Wasserwirtschaftler halten die Aussagekraft der Studie für sehr zweifelhaft. Diese Einstufung eines Landes, dessen Gewässer überwiegend Güteklasse II und besser aufweisen und in dem nach den neuesten Daten des Statistischen Bundesamtes (Stand 31. Dezember 2001) 95 Prozent der Einwohner an die öffentliche Kanalisation angeschlossen sind, könne nicht akzeptiert werden.

Datengrundlage unvollständig - Werte wurden geschätzt

Vor allem bemängeln die deutschen Wasserwirtschaftler die unvollständige und wenig durchsichtige Datengrundlage. Der Bericht beansprucht zwar, "die Entwicklung einer Zusammenstellung von Indikatoren für den Wassersektor" zu liefern, stützt sich aber in erster Linie auf einen allgemeinen "Environmental Sustainability Index" (ESI), in dem die Wasserqualität nur ein Indikator unter etwa 20 anderen ist. Als Datengrundlage dienen Zahlen aus einem "Global Environmental Monitoring System" von 1994 bis 1996 und aus dem im Jahr 2001 erschienen Buch "The Wellbeing of Nations" von Robert Prescott-Allen. Fehlende Daten wurden geschätzt.

Zur Beurteilung der Wasserqualität werden in dem UNO-Bericht vier Parameter herangezogen: die Konzentration an gelöstem Sauerstoff in Gewässern, die elektrische Leitfähigkeit (als Hinweis auf den Salzgehalt), der Gehalt an abfiltrierbaren Stoffen und die Phosphorkonzentration. Bei der Wasserqualität war die Datenlage besonders schlecht: Von 142 Ländern hatten 101 keine Werte für abfiltrierbare Stoffe, 100 keine für elektrische Leitfähigkeit, 94 keine Werte für Phosphor und 90 keine Werte für gelösten Sauerstoff. Dies reicht nach Überzeugung der deutschen Fachleute nicht aus als Basis für einen Ländervergleich.

Datenauswertung zweifelhaft

Zur Durchführung des weltweiten Rankings wurden von Deutschland wie oben dargestellt zum Teil ungeeignete Parameter der Gewässergüte-Messstellen der Bundesländer für ganz Deutschland gemittelt. Die Mittelung verschiedener Gewässer über das Gebiet eines ganzen Staats hinweg halten die Fachleute für wissenschaftlich völlig unzulässig und nicht aussagekräftig. Diese Vorgehensweise steht im Übrigen in krassem Widerspruch zur EG- Wasserrahmenrichtlinie. Ein Gebirgsbach etwa unterscheidet sich grundsätzlich stark von einem als Bundeswasserstraße genutzten großen Fluss. So darf der hohe Salzgehalt der Weser nicht für Deutschland zur Aussage führen, dass alle Gewässer bei uns einen hohen Salzgehalt aufweisen.

Die Experten bemängeln auch, dass kein Vergleich mit "Normzuständen" erfolgt, die je nach den ökologischen und geologischen Rahmenbedingungen schon von Natur aus sehr unterschiedlich sein können. Die hohe elektrische Leitfähigkeit eines Wassers beispielsweise kann auch auf einem geologisch bedingten hohen Carbonatgehalt beruhen. Die europäische Gesetzgebung trägt diesen Sachverhalten insofern Rechnung, als die EG-Wasserrahmenrichtlinie eine typspezifische Gewässerbewertung vorsieht.

Der gesamte Weltwasserbericht der UNO scheint daher in seinen Aussagen fragwürdig. Die deutschen Wasserwirtschaftler hoffen bei einer Neuauflage auf eine bessere Bewertung des in Deutschland zum Schutz der Gewässer Erreichten. Die ATV-DVWK bietet mit ihrem umfassenden Expertenwissen der UNESCO ihre Hilfe bei der notwendigen Überarbeitung der Studie an.

Emden beteiligt sich an Watercity International II

Die Stadt Emden plant im Rahmen des Projektes Watercity International II: Sedimententfernung und Uferrenaturierung an den Stadtgräben, Stegebau, Aufbau des Themenfeldes "Wasser" mit Informations-, Spiel- und Interaktionsmöglichkeiten auf dem Gelände des Ökowerks Emden sowie Informationsmaterialien zu verschiedenen Themen im Bereich Wasser für die Emder Bevölkerung. Insgesamt soll eine Sensibilisierung und Öffnung der Bevölkerung für das Thema Wasser in all seinen in Landschaft und Stadt erfahrbaren Facetten erreicht werden. Mehr Informationen über Watercity International II finden Sie unter:

www.watercity.org 

Informationsüberflutung durch Internet kann Krankheiten verursachen

Pressemitteilung Australischer Hochschulverbund IDP Education Australia, 05.06.2003 Die großen Mengen ständig verfügbarer Informationen können Stress, Unentschlossenheit und, in extremen Fällen, sogar Krankheiten verursachen. Dr. Neville Meyers zufolge, Informationstechnologie-Wissenschaftler an der Queensland University of Technology (QUT) in Brisbane, Australien, besteht eine Informationsüberflutung bereits seit Jahrzehnten, aber "Infostress" sei ein neues Phänomen, das durch den verstärkten Zugang zu Informationen über das Internet verursacht wird.

"Über 50 Prozent australischer Manager geben an, dass sie nicht im Stande sind, die Informationen zu verarbeiten, mit denen sie umgehen müssen, während sich ein Drittel sogar als Opfer von Informations-Ohnmacht betrachtet," erklärt Dr. Meyers.

"Infostress ist jener Stress, den wir verspüren, wenn wir mit zu vielen Informationen konfrontiert werden; wir können mit dem Vorhandenen nicht umgehen, das Treffen von Entscheidungen wird behindert, und wir kommen nicht voran - das sind die Momente, in welchen wir wirklich auf Probleme stoßen und sogar krank werden." Laut Dr. Meyers schaden sich viele Menschen selbst am meisten; sie suchen nach immer neuen Informationen, sind aber dann nicht in der Lage, diese zu verarbeiten. Eine weitere Studie zur besseren Quantifizierung des Problems wird von Dr. Meyers in Zusammenarbeit mit dem Psychologen Paul Baxter gegenwärtig vorbereitet.

Wir hoffen Ihnen auch diese Woche interessante und für Sie nützliche Informationen übermittelt zu haben. Bitte empfehlen Sie den Newsletter auch an andere Interessenten.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Wasser-Wissen-Team