Mai 2009

Wasser-/Abwassernachrichten

(News-Archiv)

Nanopartikel als Schmutzfänger

idw-online.de, 27.05.2009

Viele gängige Medikamente werden selbst in den biologischen Stufen der Kläranlagen nicht oder nicht effektiv abgebaut. Aus kontaminierten Oberflächengewässern gelangen sie häufig bis in das Grundwasser. Über 100 verschiedene Arzneimittelwirkstoffe und Arzneimittelrückstände wurden bislang, teilweise in Konzentrationen oberhalb ökotoxikologischer Wirkschwellen, im aquatischen Kreislauf nachgewiesen. Ein Abbau dieser Spurenschadstoffe mit physikalisch-chemischen Methoden wie der Ozonolyse oder der Adsorption an Aktivkohle ist kostenintensiv oder es entstehen toxische Abbauprodukte.

Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart haben in einem neuen Ansatz Nanopartikel als selektive Adsorber für zwei weit verbreitete Arzneimittelwirkstoffe, das Schmerzmittel Diclofenac und das bei Durchblutungsstörungen verschriebene Pentoxifyllin, hergestellt. Mit einem patentierten Verfahren prägen die Wissenschaftler um Priv.-Doz. Dr. Günter Tovar einen jeweils ganz spezifischen Abdruck dieser Pharmaka in die Oberfläche kleinster Polymerkügelchen. Dieser Abdruck in den so genannten NanoMIPs (nanoscopic molecular imprinted polymers) bleibt dauerhaft erhalten. "Das zu entfernende Arzneimittel passt nun genau in diesen Abdruck - wie ein Schlüssel ins Schloss", erklärt Günter Tovar. In einem durch das Umweltministerium Baden-Württemberg geförderten Projekt konnten die Wissenschaftler an Modelllösungen zeigen, dass die robusten NanoMIPs selektiv nur "ihren" Stoff adsorbieren und beispielsweise 1 Gramm NanoMIP bis zu 500 µg Pentoxifyllin aufnehmen kann.

Die spezifischen Adsorberkügelchen mit einem durchschnittlichen Durchmesser von nur 200 Nanometer können, in eine Membran eingebunden, zur Adsorption der Schadstoffe über ein Filtrationsverfahren eingesetzt werden. Ebenso ist es möglich, die Nanopartikel mit einem magnetisierbaren Kern auszustatten. Dann ließen sie sich - und mit ihnen die gebundenen Pharmaka - aus zum Beispiel Abwasser einfach mit einem Magnetabscheider abfangen. (...) [weiter]

 

Mit Wasserdampf trocknen

idw-online.de, 27.05.2009

Kartoffelchips, Kürbiskerne und Apfelchips, Trockenfutter für Hunde und Katzen, aber auch Schlämme oder Baustoffe müssen getrocknet werden, bevor sie weiter verarbeitet oder verpackt werden und den Weg über den Handel zum Verbraucher finden. Üblicherweise wird mit Heißluft getrocknet. Dies dauert lange, benötigt große Trocknungsanlagen und verbraucht viel Energie. Oft so viel Energie, dass der Trocknungsschritt bis über 90 Prozent des Energiebedarfs der gesamten Produktionskette ausmacht.

Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart bieten ein Trocknungsverfahren an, das anstatt mit Luft mit überhitztem Wasserdampf arbeitet. Die Trocknungszeiten des Verfahrens sind dabei um bis zu 80 Prozent verkürzt, die Trocknung erfolgt homogener und die Trocknungs-anlagen sind kompakter. Größter Vorteil ist, dass der Energiebedarf des Verfahrens wesentlich geringer als bei Heißlufttrocknern ist. (...)

Zusätzlich ermöglicht die Rückgewinnung des Kondensates (und ggf. weiterer flüchtiger Stoffe) dessen weitere Nutzung, z. B. als demineralisiertes Wasser. (...) Ferner wird hierdurch das Risiko von Explosionen, insbesondere von Staubexplosionen, deutlich reduziert. Durch die dampfdichte Hülle des Trockners sind Abluftfilter nicht nötig. Bei einer günstigen Führung des Trockengutes ist es möglich, in einem kontinuierlichen Prozess unter Atmosphärendruck zu arbeiten. Dadurch kann auf Schleusensysteme verzichtet werden. Zur Beschickung und im Trockner selbst kann die Fördertechnik frei gewählt werden (Schwing-, Band- oder Paddelförderer, Trommel etc.). Die Prozesstemperaturen von über 120 °C führen zudem zu einer Hygienisierung des Trockengutes. [weiter]

 

Wasser im Blickpunkt - Jahresbericht der KfW

dw-world.de, 26.05.2009

Für die staatliche KfW Entwicklungsbank, Teil der KfW Bankengruppe und die DEG, die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft, ist 2008 trotz Krise ein gutes Jahr für die Förderung der Entwicklungsländer gewesen. Noch nie in der Geschichte der Banken wurde so viel Geld für entwicklungspolitische Vorhaben zugesagt wie im vergangenen Jahr. Die Gesamtsumme von 4,9 Milliarden Euro teilt sich auf in 3,7 Milliarden Zusagen der Entwicklungsbank und 1,2 Milliarden der DEG. Das bedeutet ein Plus von rund 17 Prozent gegenüber 2007.

Gerade in der Wirtschaftskrise, die die Entwicklungsländer besonders hart trifft, "kommt der Entwicklungs-zusammenarbeit eine stabilisierende Rolle zu", sagt Wolfgang Kroh, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe. Für die Partnerländer sei es von zentraler Bedeutung, die Anstrengungen im Kampf gegen die Armut im Sinne der Milleniumsziele fortzusetzen. Dazu gehöre auch, dass es sauberes Trinkwasser für viel mehr Menschen als heute gibt. (...)

Auch die DEG unterstützt Privatunternehmen in Entwicklungsländern, die zu einem nachhaltigen Umgang mit Wasser beitragen - vor allem in großen Ballungsräumen, wie in der indischen Stadt Chennai. Hier finanziere die DEG ein Vorhaben, das die Wasserversorgung der Bevölkerung entscheidend verbessern soll, sagt Winfried Polte, Sprecher der DEG-Geschäftsführung. "Nördlich der Stadt entsteht Indiens erste große private Anlage zur Entsalzung von Meerwasser." Mit dieser Anlage wird ein Zehntel des Wasserbedarfs der Sieben-Millionen-Stadt gedeckt. Als einzige internationale Geldgeberin engagiert sich die DEG für das Projekt mit einem langfristigen Darlehen von 14 Millionen Euro.

Da die deutsche Entwicklungshilfe auf dem Prinzip "Hilfe durch Selbsthilfe" basiert, werden die Kosten für ein Projekt nie vollständig übernommen. Die Verantwortung für die Projekte liegt bei den Partnerländern. (...)

So ist das Zusagevolumen im ersten Quartal dieses Jahres auf 150 Millionen Euro eingebrochen. Im Vorjahres-zeitraum waren es 200 Millionen mehr. [weiter]

 

Wenn Kanäle zum Himmel stinken
TU-Wissenschaftler entwickeln Versuchsanlage für die Berliner Wasserbetriebe

idw-online.de, 25.05.2009

Viele Berliner kennen das Problem: Wenn es lange heiß ist und kein Regen fällt, beginnen viele Gullis unangenehm zu riechen. (...) Dieses nach faulen Eiern riechende giftige Gas wird an den Wänden der Rohre zu Schwefelsäure umgewandelt und führt dort zu Korrosion, vornehmlich an Betonbauteilen.

Unter dem Titel "ODOCO-2" finanzieren die Berliner Wasserbetriebe seit November 2008 ein Forschungsprojekt, an dem neben der TU Berlin auch die Materialprüfungsanstalt MPA Berlin-Brandenburg GmbH beteiligt ist. "Wir wollen herausfinden, was genau unangenehme Gerüche entstehen lässt und was man am sinnvollsten dagegen unternehmen kann", beschreibt Stefan Rettig sein Projektziel. Das Vorläuferprojekt "ODOCO-1" hatte bereits ermittelt, dass geeignete Messtechnik möglichst unter genau definierten Bedingungen in einer Versuchsanlage untersucht werden sollte. "Wir haben bereits eine Versuchsanlage konzipiert, deren Bau nun ausgeschrieben wird", erläutert der Ingenieur. (...) An einem Betonschacht und zusätzlichen Materialproben werden die Experten der MPA Korrosionsuntersuchungen anstellen, dort wird auch die Abluft entnommen und behandelt.

(...) Für die Wasserbetriebe können die Ergebnisse der Arbeit, die vorerst bis zum März 2010 finanziert wird, Erkenntnisse für ein Konzept künftiger Kanalisationsentwürfe liefern. Vielleicht lässt sich durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen, sowohl planerisch, baulich als auch betrieblich, künftig auch der unangenehme sommerliche Geruch vermeiden. [weiter]

 

Stausee-Projekt: Hunderttausende Chinesen müssen umsiedeln

spiegel.de, 24.05.2009

Für ein Bauprojekt am Danjiangkou-Stausee will die chinesische Regierung Hunderttausende Menschen zwangsumsiedeln. Wie nationale Medien am Sonntag berichteten, soll für das Nord-Süd-Wassertransferprojekt in den Regionen Hubei und Henan die Staumauer erhöht werden. Daher sei eine Umsiedlung der Anwohner erforderlich.

Etwa 230.000 Bewohner sollen in rund 50 nahe gelegenen Bezirken untergebracht werden. (...) Wo die übrigen rund 100.000 Betroffenen leben sollten, wurde nicht mitgeteilt.

Bei dem Projekt soll Wasser aus dem Jangtse, dem längsten Fluss Chinas, in den trockenen Norden Chinas geleitet werden. Die Gegner befürchten Nachteile für die Umwelt, eine geologische Gefahrenquelle und negative Folgen für die Bevölkerung.

Bereits im kommenden Jahr sollen laut Xinhua Teile des Umverteilungssystems in Betrieb genommen werden, so dass bis zu einer Milliarde Kubikmeter Wasser an die Hauptstadt Peking geliefert werden könnten. (...) [weiter]

 

Der lange Rückweg des Golfstroms
Forscher sind überrascht: Vor Neufundland "zerfasert" die Bahn des Wassers

welt.de, 19.05.2009

Nordeuropas "Warmwasserheizung" ist der Golfstrom mit seinen bis nach Nordskandinavien reichenden Ausläufern. Im Nordmeer angelangt, kühlt sich das Wasser ab, wird dadurch schwerer, sinkt ab und strömt in tieferen Schichten nach Süden zurück. Nach bisheriger Auffassung erfolgt dieser Rücktransport bis in die Tropen hauptsächlich in Form eines Tiefenstroms, der entlang des nordamerikanischen Kontinentalhanges führt.

Eine neue Studie amerikanischer und Kieler Meereswissenschaftler vom IFM-Geomar im Fachblatt "Nature" zeigt nun aber, dass weit weniger Wasser als bisher angenommen dieser direkten Route folgt. Auf der Höhe von Neufundland bricht der Rückstrom durch starke Verwirbelungen auseinander und verteilt Wasser in den zentralen Nordatlantik. Die Oberflächen- und Tiefenströme in den Ozeanen transportieren Wärme und tauschen sie mit der Atmosphäre aus. Ein Verständnis der Meeresströmungen ist deshalb wichtig, wenn man das Klimageschehen verstehen will. (...)

"Die jetzt entdeckten Umwege, die das Tiefenwasser nimmt, sind für die Ausbreitung von Klimasignalen im Ozean von großer Bedeutung ", sagt Geomar-Forscher Claus Böning. Bei der Tiefenwasserbildung im Nordatlantik werden unter anderem erhebliche Mengen von Kohlendioxid mit in die Tiefe genommen. Wie lange das Treibhausgas dort bleibt, ist von Bedeutung für die zukünftige Entwicklung des weltweiten Klimas. [weiter]

 

Leipziger verbrauchen so wenig Wasser wie noch nie

lvz-online.de, 15.05.2009

In Leipzig und Umgebung wird immer weniger Trinkwasser verbraucht. Wie die Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) am Montag mitteilten, sank der tägliche Verbrauch im vergangenen Jahr auf 88 Liter pro Person - das ist ein Liter weniger als im Jahr zuvor. 1993 flossen bei jedem Leipziger noch durchschnittlich 115 Liter pro Tag aus dem Hahn. (...)

Ursache dafür sei neben dem sparsamen Umgang die neue Haushaltstechnik. Waschmaschinen, Geschirrspüler und Toilettenspülungen verbrauchen demnach deutlicher weniger Wasser, begründen die KWL die neuen Zahlen.

Noch deutlicher fällt der Rückgang bei den Gewerbekunden aus. Bei über 50 der 90 Großkunden sank die Abnahmemenge um bis zu 40 Prozent. Nur 35 Kunden steigerten ihren Verbrauch gering oder hielten ihn konstant. Im ersten Quartal 2009 brach der Absatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um bis 70 Prozent ein. "Wir spüren, dass der Markt auf die allgemeine wirtschaftliche Krise reagiert und weniger produziert. Die Anforderungen an uns werden damit höher, wenn bei gleichen Vorhalteleistungen immer weniger Wasser gebraucht wird", konstatiert Klaus Heininger, kaufmännischer KWL-Geschäftsführer.

Im gesamten Freitstaat wird weniger Wasser verbraucht. Nach Angaben des Statischen Landesamtes Sachsen benötigte 2007 jeder Einwohner durchschnittlich 85,3 Liter Trinkwasser - 3,1 Liter weniger als 2004. Die Zahlen liegen deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von 132 Litern pro Tag und pro Person. Zum Vergleich: 1984 betrug dieser noch knapp 150 Liter.

Nach Aussage der Wasserwerke sei der sparsame Umgang unnötig. Viel mehr würde übertriebenes Wassersparen zu steigenden Kosten führen. 80 bis 90 Prozent der Kosten in der Trinkwasserversorgung seien mengenunabhängige Fixkosten - also Vorhaltungskosten für Netze und Anlagen. Sinkt der allgemeine Wassergebrauch, hat das zwangsläufig den Anstieg des Kubikmeterpreises zur Folge, da die konstant hohen Fixkosten dann auf geringere Trinkwassermengen verteilt werden und somit eine Verteuerung des Kubikmeterpreises nach sich ziehen würden.

Hinzu würde kommen, dass aufgrund des geringen Wasserdurchsatzes die Netze häufiger gespült werden müssen, um Ablagerungen zu vermeiden und Stagnationszeiten zu verkürzen. "Ein verantwortungsvoller Umgang mit Trinkwasser macht natürlich auch hierzulande Sinn. Übertriebenes Wassersparen kehrt jedoch den kurzfristigen ökonomischen Vorteil bereits mittelfristig um und ist langfristig teuer", ergänzt Andreas Schirmer, technischer KWL-Geschäftsführer. (...) [weiter]

 

Süße Boten - Zuckerersatzstoffe markieren den Weg des Wassers

wissenschaft.de, 14.05.2009

Ein Süßstoff hat Wissenschaftlern verraten, wohin das Abwasser in der Schweiz fließt. Sie beobachteten wie der Süßstoff Acesulfam Klärwerke unbeschadet durchwandert und sich mit dem Wasser verteilt. Die Forscher konnten dadurch nachverfolgen, wohin das Wasser in der Umwelt fließt: Wo sie den Süßstoff nachweisen konnten, war auch das Abwasser geflossen oder versickert. Dabei stellten Ignaz Buerge und seine Kollegen von der Forschungsanstalt Agroscope in Wädenswil auch fest, dass zehn bis zwanzig Prozent des Grundwassers in der Schweiz aus geklärtem Abwasser bestand. (...)

Die schweizer Wissenschaftler beobachteten, dass der Süßstoff Acesulfam auch im Klärwerk nicht zersetzt wird. Das geklärte Wasser nimmt den Süßstoff mit, wohin es fließt. Die Forscher konnten seinen genauen Weg nachverfolgen, indem sie das Acesulfam aufspürten. Sie untersuchten zehn Kläranalgen, vier Flüsse, neun Seen und einhundert Grundwasserproben. Rund zehn bis zwanzig Prozent des Grundwassers besteht aus geklärtem Abwasser, stellten sie fest. Für die Gesundheit besteht keinerlei Gefahr, da das Wasser in der Kläranlage gesäubert wurde, beruhigen die Forscher. (...) [weiter]

 

Lithium im Trinkwasser soll Suiziden vorbeugen

welt.de, 12.05.2009

Japanische Forscher schlagen vor, dem Trinkwasser den Wirkstoff Lithium zuzusetzen – um die Suizidrate zu senken. Sie untersuchten für diese Erkenntnis das Wasser von 18 Gemeinden. Die Selbstmordrate war in Gebieten mit hohem Lithiumgehalt im Trinkwasser deutlich niedriger als in anderen Gebieten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass es weltweit etwa eine Million Selbstmorde pro Jahr gibt – die meisten wegen Depressionen. Nach einer Rangliste der WHO belegt Japan mit 23,7 Suiziden pro 100.000 Einwohner einen der vorderen Ränge, in Deutschland waren es 2004 dagegen nur 13 Suizide pro 100.000 Einwohner. Eine japanische Studie legt jetzt nahe, dass die dem Trinkwasser zugesetzte antidepressive Substanz Lithium möglicherweise die Zahl der Suizide senken könnte. (...)

Die Wissenschaftler untersuchten das Wasser von 18 Gemeinden der Präfektur Ôita auf der Insel Kyûshû. (...) Die Selbstmordrate war (...) in Gebieten mit hohem Lithiumgehalt im Trinkwasser deutlich niedriger als in Gebieten, wo kaum Lithium aufzuspüren war. Nach Meinung der Forscher sei die konstante Aufnahme winziger Mengen durch das Trinkwasser ausschlaggebend für die geringere Selbstmordneigung.

So schlagen sie in ihrer Veröffentlichung indirekt vor, dass man zur Prävention von Selbstmord dem Trinkwasser Lithium zugeben könne. (...)

Welche Wellen die Zugabe von Lithium schlagen würden lässt sich nur erahnen. Daher streben die Wissenschaftler weitere Forschung an, bevor sie ihre Idee direkt ansprechen. (...)

Der Vorschlag, es dem Trinkwasser zuzufügen, und seien es auch nur winzige Mengen, sei aber mit äußerster Vorsicht zu behandeln und müsse noch eingehend erforscht werden. Denn in höherer Dosis könne Lithium auch giftig sein. [weiter]

 

Baikalsee vom Klimawandel bedroht
Kürzere Eisperiode vernichtet die Nahrungskette des weltgrößten Sees

pressetext.at, 04.05.2009

Die ansteigenden Temperaturen bescheren dem Baikalsee eine kürzere Eisperiode und bringen somit sein Ökosystem in Gefahr. (...) Das Klima am Baikalsees wurde in den letzten Jahrzehnten spürbar milder, was die Dauer der Eisbedeckung reduziert. Zudem stiegen auch die Niederschläge an. Das habe bereits bisher zu starken Veränderungen der Nahrungskette geführt, die langfristig die reiche Naturvielfalt des Sees zugrunde richten könnten, (...).

Am meisten Besorgnis äußern die Forscher über den Rückgang der Kieselalgen im See, die eine wichtige Grundlage der gesamten Nahrungskette darstellt. Im Unterschied zu anderen Kieselalgen blüht die endemische Baikal-Kieselalge im Frühling bereits unter der Eisdecke, weshalb die immer kürzere Gefrierperiode des Sees zu starken Einschränkungen in Wachstum und Vermehrung der Pflanze führt. Von der Alge ernähren sich Kleinkrebse, die wiederum die Hauptmahlzeit der gesamten Fischwelt des Sees darstellen. Der Bestand der Kleinkrebse ist zusätzlich von Veränderungen der Durchsichtigkeit der Eisdecke bedroht, was die Forscher auf die Zunahme der Regenfälle und auf Änderungen der Windrichtung zurückführen. (...)

Der in Sibirien gelegene Baikalsee ist von seinem Volumen her der größte, tiefste und auch älteste See der Erde. 1996 erklärte die UNESCO den See, der ein Fünftel der weltweiten Süßwasserreserven enthält, zum Weltkulturerbe, da auch sein Reichtum an Tier und Pflanzenarten alle anderen Seen übertrifft. (...) [weiter]